Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu.
Tragische Unglücksfälle durch Starkregen wie im Ahr-Tal haben die Sensibilität beim Thema Starkregen erhöht.
Jettingen liegt auf einer Hochfläche und ist deshalb grundsätzlich von Hochwasser weniger betroffen.
Allerdings kann es in Teilgebieten im Gemeindegebiet durch Starkregenereignisse zu Überschwemmungen kommen.
Von Starkregen spricht man, wenn es in kurzer Zeit und lokal begrenzt intensiv regnet. Gerade in den Sommermonaten verursacht Starkregen in Verbindung mit heftigem Gewitter oft große Schäden. Im Gegensatz zum Hochwasser an großen Flüssen ist der genaue Ort und Zeitpunkt eines Starregenereignisses kaum vorherzusagen und kann für die Betroffenen oft sehr überraschend auftreten. Ein absoluter Schutz ist nicht möglich aber gegen die negativen Auswirkungen kann durch geeignete Vorsorgemaßnahmen das Schadenspotential verringert werden. Das Starkregenrisikomanagement soll die potenzielle Überflutungsgefährdung darstellen, helfen potenzielle Schäden abzuschätzen und zu bewerten, Risiken zu ermitteln und Schäden durch geeignete Vorsorgemaßnahmen reduzieren.
Für die Analyse der Überflutungsgefahr werden sowohl statistische Wahrscheinlichkeiten zu Niederschlägen und Bodenfeuchte als auch Informationen über die Bodenverhältnisse, Bodenbedeckung und die Topographie ausgewertet. Mit Hilfe einer zweidimensionalen instationären Modellierung werden anschließend Abflusswege, die Wasserspiegellagen und tiefengemittelte Fließgeschwindigkeiten ermittelt. Aus diesen Parametern entstehen Starkregengefahrenkarten. Diese werden für drei Oberflächenabflussszenarien erstellt (seltene, außergewöhnliche und extreme Oberflächenabflussereignisse). Die Starkregengefahrenkarten bilden die Grundlage für die Risikoanalyse und die Erstellung eines Handlungskonzepts zur Risikominderung. Mit der Erstellung des Handlungskonzeptes sollen starkregenbedingte Überflutungsschäden auf kommunaler Ebene verhindert beziehungsweise vermindert werden. Das Handlungskonzept wird unter Beteiligung aller relevanten Akteure erstellt und umfasst planerische, bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen.
In der Gemeinderatsitzung am 31.05.2022 wurde die Planungsleistung für ein Starkregenrisikomanagement in Jettingen an die Firma Infraconsult GmbH aus Stuttgart vergeben. Die Leistung beinhalteten die Erstellung der Starkregengefahrenkarte, der Risikoanalyse und des Handlungskonzepts zur Risikominderung. Mit der Bearbeitung wurde im Sommer 2022 begonnen. Anfang September 2024 wurden die Ergebnisse an das Landratsamt zur Prüfung weitergeleitet. Seit Ende April 2025 ist die Starkregengefahrenkarte im Online-Portal der LUBW (UDO) unter folgendem Link für die Öffentlichkeit aufrufbar:
https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/q/u8r4gOQ3akdlUW6XcsZFv