Panorama Radrundweg

Schöne Ausblicke vom Dach des GäusFahrrad

Die schönen Ausblicke vom Dach des Gäus ins Umland sollen auch andere genießen, sagte sich der Jettinger Hobby-Radler Rainer Rentschler und gab damit die Initialzündung zur Ausschilderung eines Panorama-Radrundweges. Etwa 30 km lang, führt dieser Weg an insgesamt 16 schönen Aussichtspunkten vorbei, an denen Hinweistafeln das jeweilige Panorama erläutern. Neben den grünen Fahrradwegzeichen machen die weißen Pfeile auf der Fahrbahn es leicht, dem Weg zu folgen.

Panorama Rundweg Weil die Fahrstrecke ein Rundweg ist, kann man praktisch überall beginnen. Offizielle Startpunkte befinden sich am Gemeindezentrum, am Friedhof Oberjettingen, am FCU-Sportheim in Unterjettingen und in Sindlingen beim Gasthaus "Sindlinger Hof". Dort wollen wir unsere Fahrt beginnen...

Mitten in Sindlingen liegt das Schloss Sindlingen. Es war der Witwensitz der Franziska von Hohenheim, zunächst Mätresse und später zweite Ehefrau des Herzogs Karl Eugen von Württemberg. Franziskas gutem Einfluss ist die Wandlung des Herzogs vom Leuteschinder zum anerkannten Regenten zu verdanken. Auf dem kleinen Friedhof liegt unter einer als Naturdenkmal ausgewiesenen Ulme ihr Schützling Michael Hahn begraben, der Gründer der pietistischen "Hahnschen Gemeinschaft". Die heutigen Schlosshotelherren, die Familie Pape, haben sich dem Reitsport verschrieben, weshalb das Schloss vor allem bei Reitern bekannt und beliebt ist.
Schloss Sindlingen Innenhof
Weiter in Richtung Norden führt die Rundstrecke zum Rückblick auf die "Glucke im Gäu", die Herrenberger Stiftskirche, und auf den Schönbuch. Nun den Berg hinunter und gleich wieder stramm hinauf. Eine Bank, schön platziert unter einem Baum, lädt zu einer kurzen Rast und zur Aussicht auf ferne Dörfer. Der Weg führt vorbei an Wiesen und Hecken bis zum Jettinger Gemeindezentrum in der Mitte zwischen Ober- und Unterjettingen. Dort befindet sich wieder ein Startpunkt mit Übersichtskarte.
Durch Neubausiedlungen folgen wir dem Radwegzeichen bis zum Ortsrand von Oberjettingen. Hier biegt der Weg direkt nach dem Friedhof links ab – und jetzt kann mans laufen lassen. Vorbei an Obstwiesen und Äckern zieht sich der geteerte Weg fernab von Straßenverkehr, Lärm und Gestank.

Etwa sechs Kilometer nach dem Friedhof Oberjettingen erreichen wir ein hölzernes Denkmal mit der Aufschrift "Beim Arm". Die Hintergründe sind makaber: Vor etwa 160 Jahren wurde hier eine Kräuterfrau auf dem Heimweg ermordet. Nachdem der Mörder sie verscharrt hatte, reckte sich die totenstarre Hand der Alten wieder aus dem Boden – auf diese Weise kam die Tat ans Licht.

Der Weg führt bald wieder aus dem Wald heraus und wir sehen beim Abbiegen die Höhenhöfe des Kühlenbergs. Kurze Zeit später erreichen wir den Jettinger Wasserturm, mit 626 m der höchste Punkt des Landkreises Böblingen und der Stadt Nagold, die hier aneinander grenzen. Von dieser Stelle aus bietet sich eine traumhafte Sicht über die Kuppen des Schwarzwaldes, an klaren Tagen bis zur Hornisgrinde und sogar zum Feldberg. Im Süden und Westen schweift der Blick entlang der Schwäbischen Alb vom Lemberg bis zum Hohenneuffen. Naturinteressierte finden hier einen schmalen Gürtel des ursprünglichen Heckengäus, von dem sonst nicht mehr so viel zu sehen ist. Charakteristisch für den zu Grunde liegenden Muschel- und Trochitenkalk sind Hecken aus Schlehe, Hasel, Heckenrose, Liguster, Rotem Hartriegel, Brombeeren und Himbeeren. Am Waldrand, beim Sportplatz, befindet sich eine schöne Grillstelle, wie geschaffen für eine längere Rast.

Beim Weiterfahren fallen die beiden Windräder ins Auge; der von ihnen erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist. Wer ein Auge dafür hat, erkennt nach dem Überqueren der Bundesstraße im Wald direkt links hinter dem Schützenhaus Wallreste einer 2000 Jahre alten, keltischen Vierecksschanze, die wohl als Kultstätte errichtet wurde. Verschiedene Vereinsheime laden zur Rast ein. Vorbei an den Höfen im Imental, einer ländlichen Idylle, sausen wir nun immerfort durch Bauernland und am Waldrand entlang um Unterjettingen herum und weiter über Felder zurück bis Sindlingen. Von einem malerischen Aussichtspunkt kurz vor dem Schloss aus erkennt man – über dem Turm der Kirche – den Mössinger Bergsturz und die Salmendinger Kapelle auf der Schwäbischen Alb. Der romantische Schlosshof lädt dazu ein, zum Abschluss Kaffee und Kuchen zu genießen.

Panorama-Radweg


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